Gewinner 2017

Gewinner des Awards 2017

Kategorie Automotive OEM/Konzern
FCA Italy SPA - Verrone Transmission Plant

Kategorie Automotive Mittelstand
Bühler Motor GmbH - Monheim

Kategorie Prod. Industrie OEM/Konzern
ASM Assembly Systems GmbH & Co. KG - München

Kategorie Produzierende Industrie Mittelstand
Convotherm Elektrogeräte GmbH - Eglfing

Sonderpreis
MAN Truck & Bus AG - München

Die fünf Award-Gewinner sind Top-Performer, wenn es darum geht, Lean Management mit Nachhaltigkeit und Effizienzmaßnahmen zu verknüpfen. Der Preis: hohe Wettbewerbsfähigkeit – und ein Pokal samt Urkunde, die Ende November von den Initiatoren des Wettbewerbs, Growtth Consulting Europe und Quadriga Consult, überreicht wurden. Beim Lean & Green Summit 2017, der im Technologiezentrum von Vorjahres-Award-Gewinners Rohde & Schwarz in München stattfand, stellten die Sieger ihre nachhaltigen und schlanken Fertigungsstrategien und Geschäftsmodelle vor.

„Ressourceneffizienz ist ein zentrales Erfolgskriterium in der verarbeitenden Industrie“, bestätigte Daniel Reichert, Direktor Lean & Green bei Growtth Consulting. Dennoch stand es in der Vergangenheit bei manchem Unternehmen nicht immer im Fokus. Doch die Industrie denkt heute weiter – und immer öfters „grün“. „Das Thema ‚Green‘ gewinnt in der Industrie immer mehr an Bedeutung“, so Reichert. Die Stimmung in Industrie und Gesellschaft habe sich verändert: „Bei Themen wie Klimaschutz, Elektromobilität oder auch durch die anhaltende Diesel-Diskussion erkennen viele Unternehmen, dass der Druck wächst, nachweislich ressourceneffizient zu sein.“

„Eine strategische und operative Integration des Green- und Lean-Themas wird zwingend notwendig“, ist Reichert überzeugt. Und der Lean & Green-Award zeige deutlich: „Unternehmen, die hier früh begonnen haben, sind klar im Vorteil.“ Denn: Wem es gelingt, nachhaltig, also „green“, und „lean“, also schlank und frei von Verschwendung, zu agieren, reduziert Ressourcenverbrauch, senkt Kosten und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit.

Warum die Sieger Sieger sind

FCA-Getriebewerk: Vorbildliches TPM

Das im Piemont unweit von Turin gelegene Getriebewerk mit rund 700 Mitarbeitern fertigt die C635-Getriebefamilie, die unter anderem im Jeep Renegade, im Fiat 500L/500X sowie im Alfa Romeo Giulietta verbaut werden. Die Juroren beeindruckte der Enthusiasmus und der starke Team-Spirit für Lean- und Green-Themen ebenso wie die exzellente Methodik, die unter anderem zur Vermeidung von Verschwendung und damit zur Kostensenkung eingesetzt wird. Die Jury bestätigt dem FCA-Werk die „nahezu umfassende Implementierung von TPM“ sowie exzellentes Nachhaltigkeits-Management. Trotz einer 20-prozentigen Volumensteigerung konnte der jährliche Energieverbrauch um vier Prozent gesenkt werden. Werkleiter Leonardo Rossi hat noch viel vor. Er strebt „World Class Manufacturing“ an und: „Wir lernen von den Herausforderungen“.

Bühler: mit „greentech motor“ unterwegs

Im Bühler-Stammwerk Monheim fertigen rund 800 Mitarbeiter mechatronische Antriebslösungen, wie Gleichstrommotoren, Getriebemotoren und Pumpen. Bühler Motor ist ein „Wiederholungstäter“, der schon 2014 diesen Award gewonnen hat. „Voll vernetzt: Mit schlanken und nachhaltigen Prozessen in die Zukunft“, unter diesem Motto stellten Dr. Uwe Bader, Leiter Produktionssysteme weltweit, und Werkleiter Harald Krug ihr Unternehmen auf dem Fachkongress vor. In der Award-Begründung ausdrücklich gelobt wird der „Bühler greentech motor“-Ansatz, eine Drei-Säulen-Strategie, die auch die Herstellprozesse umfasst. Ein Beispiel ist die kontinuierliche Optimierung der Materialflüsse. Bühler hat nicht nur selbst ein enorm hohes Niveau erreicht, es bindet auch die eigenen Lieferanten ein und ermöglicht somit die Umsetzung von Lean-Prinzipien entlang der Wertschöpfungskette. Dadurch können Bestände auch bei kontinuierlichem Wachstum mindestens konstant gehalten werden. Zu den weiteren Lean-Stärken zählen flache Entscheidungsstrukturen und ein effizientes Produkt-Support-Team am Standort.

ASM: Wettbewerbsvorteil erkannt

Bei ASM, Experte für Bestücklösungen für die Elektronikfertigung, wird ganzheitliche Ressourceneffizienz als künftiger Wettbewerbsvorteil konsequent vorangetrieben. Die Jury würdigte die starke Präsenz des Vor-Ort-Managements am Standort München und die fortgeschrittene Nutzung etablierter IT-Tools, wie digitales Poka-Yoke und Virtual Reality-Applikationen. Beim Thema Lean Management habe ASM „ein absolut exzellentes Niveau“ erreicht. Das Ergebnis: Über die globale Wertschöpfungskette habe ASM kontinuierlich Durchlaufzeiten reduziert, Bestände minimiert und zeitgleich den Ressourceneinsatz verringert.

Convotherm: 100 Prozent grün

Das Werk von Convotherm Elektrogeräte im oberbayerischen Egling gehört zum US-Konzern Welbilt Inc. und fertigt Kombidämpfer für professionelle Großküchen. Die Energieversorgung des Standortes erfolgt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien – dank Biomasseheizkraftwerk und Strom aus Wasserkraft. Unter Lean-Aspekten sticht das Werk aufgrund seiner transparenten und strategisch klar definierten Vorgehensweise, zum Beispiel Visualisierung der Kennzahlen auf Gerätebene, hervor.

MAN München: bis 2030 klimaneutral

Die MAN Truck & Bus AG mit dem Werk in München ist das Anlauf- und Volumenwerk für die Lkws der schweren Reihe mit 18 bis 41 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. München produziert darüber hinaus Fahrerhäuser und angetriebene Achsen, Verteilergetriebe und Durchtriebe für den gesamten Werksverbund. Dr. Sebastian Weig, Leiter Gesamtplanung MAN-Werk München, stellte auf dem Lean&Green Summit das Unternehmen und „unseren Weg zur ressourceneffizienten Fabrik“ vor. „Mustergültig“ nennt die Jury die „Klimastrategie 2 Grad“ von MAN und vergab den Sonderpreis für die „ideale Verknüpfung von Werksausrichtung und Klimastrategie“.

Das erklärte Ziel von MAN ist es, „Worldleader Nachhaltigkeit Automotive“ zu werden. Dazu soll die Fertigung in München bis 2030 klimaneutral arbeiten. Den Produktionsverantwortlichen wurde ein Effizienzziel von drei Prozent jährlich vorgegeben. Zudem würdigte die Jury das „transparente und gut verständliche“ Produktionssystem und die „strukturierte und einfach nachvollziehbare Zielentfaltung.“ Ohne diese gravierenden Erfolge wäre es nicht möglich gewesen, die „Herausforderungen der Renditeentwicklung“ zu kompensieren. Ebenfalls als Pluspunkt werteten die Juroren „das Wissen um Schwachpunkte – und die Ableitung von Schwerpunktthemen für die kommenden Jahre.“