Gewinner 2014

Gewinner des Awards 2014

Kategorie Automotive OEM/Konzern
BMW Werk Leipzig

Kategorie Automotive Mittelstand
Bühler Motor, Monheim

Kategorie Produzierende Industrie OEM/Konzern
AT&S Austria Technologie & Systemtechnik, Leoben

Kategorie Produzierende Industrie Mittelstand
Rational, Landsberg

Sonderpreis Green  /   Sonderpreis Lean
elobau, Leutkirch     /    Fiat Werk Pomigliano D'Arco

Die sechs Preisträger und rund 50 geladene Teilnehmer des Awards aus 15 Unternehmen trafen sich am 25. und 26. November 2014 beim diesjährigem Gewinner BMW Leipzig zur Preisverleihung und dem Erfahrungsaustausch auf „Augenhöhe“.

Die Gewinnervorträge am ersten Tag waren nicht nur informativ, sie zeigten auch deutlich, mit welcher Begeisterung und Überzeugung der Lean & Green Gedanke bei den Siegerunternehmen gelebt wird. Der zweite Tag startete mit einem Rundgang durch die in der Automobilindustrie einmalige Produktion der Elektrofahrzeuge i3 und i8 von BMW. Ein Musterbeispiel für eine ressourcenschonende Fertigung.

Den Abschluss bildete ein Open-Space-Workshop. Die Workshop Teilnehmer wählten dabei 8 Themengebiete aus, die sie am meisten interessierten wie Kata/Leadership, Cost-Deployment, Energiewertstrommethode, CO2-Kalkulationen oder Green Supply Chain. In zwei Runden trafen sich anschließend Kleingruppen und diskutierten Erfahrungen und Lösungsansätze zu diesen Themen.

Marcel Hofer, Director Lean & Green bei Growtth Consulting, erläuterte, wie die besten Unternehmen deutlich anders mit Ressourceneffizienz umgehen. Der wirtschaftliche Erfolg der Siegerunternehmen steht in engem Zusammenhang mit der Begeisterung und der Konsequenz, wie Verschwendung im gesamten Unternehmen verringert wird. Darüber hinaus wurde beim Award 2014 noch deutlicher als in den Vorjahren, wie die besten Unternehmen die Bereiche Lean und Green zur Abgrenzung gegenüber Wettbewerbern und zum internen und externen Marketing gewinnbringend nutzen. Beide Bereiche bilden einen festen Bestandteil der Unternehmens- und Führungskultur und sind Teil ihres Geschäftsmodells.

Das durchweg positive Feedback aller Teilnehmer bestätigte, dass der Erfahrungsaustausch hervorragend gelang und alle Teilnehmer mit neuen Anregungen für ihre eigenen Unternehmen heimkehrten.

Die Preisträger 2014:

BMW Leipzig

In der sächsischen Stadt fertigt BMW mit rund 4.000 Mitarbeitern die Modellreihen 1er, 2er und X1 sowie das Elektroauto i3 und den Hybrid-Sportwagen i8. Als Stärken überzeugten die Jury vor allem die „sehr überzeugende Begeisterung und das Engagement über alle Ebenen, die innovativen Strategien voranzutreiben, sowie das außergewöhnlich hohe und glaubwürdige Engagement der Führungsmannschaft bezüglich Green.“ So wird im Werk Leipzig „Verbesserungs-Kata“ als eine neue Form von „Führungskultur“ umgesetzt, die Aspekte wie Coaching und Vermittlung von Problemlösungskompetenz in den Fokus stellt. Zudem wurde im Rahmen des „project i“, verantwortlich für die E-Fahrzeuge i3 und i8, konsequent auf eine ressourcenschonende Produktion schon während der Entwicklungsphase geachtet. Resultat ist eine völlig neue Art der Automobilfertigung. Zum ganzheitlichen Konzept zählen auch vier Windräder auf dem Werksgelände, die jährlich 26 GWh Strom produzieren – mehr als die E-Auto-Produktion benötigt.

Bühler Motor GmbH, Monheim

Überall wo es gilt, etwas auf engstem Bauraum zu bewegen oder zu positionieren, wo Flüssigkeiten umgewälzt oder Druck auf- und abgebaut werden muss, ist die Bühler Motor GmbH zuhause. Im Stammwerk Monheim fertigen rund 430 Mitarbeiter mechatronische Antriebslösungen, wie Gleichstrommotoren, Getriebemotoren und Pumpen. „Ressourceneffizienz ist als zukünftiges Geschäftsfeld erkannt und klarer Teil der Standortstrategie“, die Lean & Green-Experten würdigten darüber hinaus vor allem flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege, Auditsysteme, die Lean & Green-Aspekte verknüpfen, sowie hohe Lean- und Logistikkompetenz mit durchgängiger Nutzung der Wertstrommethodik und des Pull-Prinzips.

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, Leoben

Die AT&S ist Europas größter Leiterplattenhersteller in den Geschäftsfeldern Mobile Devices (u.a. Smartphones, Tablets,  Digitalkameras), Automotive, Aviation, Industrial Electronics (u.a. Mess- und Steuerungstechnik,) und im Gesundheitswesen (u.a. Diagnose, Therapieanwendungen und Patientenüberwachung)tätig. 7.300 Mitarbeiter beschäftigt die AT&S-Gruppe weltweit, 1.200 davon in Österreich. Die Lean & Green-Jury hob besonders die Datentransparenz und die offene Kommunikationskultur im Unternehmen, das sich dem Green-Gedanken schon länger verschrieben hat, hervor. Nachhaltigkeit sei als Ziel für alle Mitarbeiter verankert. Auch die Lieferanten werden in die Verbesserungsprozesse eingebunden. Dies sei ein „fruchtbarer Boden“ für die weitere Entwicklung der Green-Kompetenz.

Rational AG, Landsberg

Rational fertigt Groß- und Industrieküchengeräte zur thermischen Speisenzubereitung. Rund 1.350 Mitarbeiter zählt das 1973 gegründete Unternehmen. Es ist mit 19 internationalen Vertriebsgesellschaften weltweit präsent. „Beeindruckende Green-Erfolge bei den Verbrauchswerten Energie, Wasser, Abfall und Abwasser“, attestieren die Lean & Green-Berater dem Unternehmen, dass seinen eigenen Weg definiert habe und diesen nun konsequent umsetze. Eine sehr konsequente Kundenorientierung in Verbindung mit dem unternehmerisch handelnden Mitarbeiter sind bei Rational zentral, Ergonomie sei als klarer Fokus definiert und eine umweltfreundliche Fertigung eine fixe Zielsetzung in der Produktions-Leitlinie.

elobau, Leutkirch

Rund 650 Mitarbeiter zählt das inhabergeführte Familienunternehmen elobau im Allgäu, das 1972 gegründet wurde und sich als Spezialist für berührungslose Sensortechnik, Bedienelemente (z.B. für Schalter, Taster, messende Sensorik) und kundenspezifische Lösungen einen Namen gemacht hat. Über 10.000 Produktvarianten werden jährlich gefertigt. elobau erhielt die höchste Green-Bewertung aller Studienteilnehmer. Das Unternehmen nutzt regenerative  Energiequellen, zum Beispiel Sonnenenergie und Erdwärme. Eine Biogasheizung erzeugt zu 100 Prozent Grünstrom für Fertigung und Büros. Im Rahmen der 2009 gestarteten Initiative „elobau goes green“ wird Ressourceneffizienz „aus unternehmerischer Verantwortung heraus betrieben und sogar die Geschäftspartner dazu „erzogen“. Echte CO2-Neutralität ist heute schon Realität bei elobau“, würdigte die Jury.

Fiat Chrysler Automobiles, Pomigliano D’Arco

Fiat unterhält in Italien sechs Werke mit insgesamt 24.000 Beschäftigten. Eines davon steht in Pomigliano D’Arco, einer Kleinstadt nordöstlich von Neapel. Dort wird der Fiat Panda gefertigt. Die Lean & Green-Experten staunten bei ihrem Besuch vor Ort: „Lean im besten Sinne! Das Werk erreicht mit minimalen Mitteln das Maximale.“ Das Spannungsfeld zwischen extremen Kostenbewusstsein und Einbeziehung aller Mitarbeiter werde in Pomigliano exzellent aufgelöst, „der Betriebsrat unterstützt aktiv“, so die Jury, die dem ehemaligen Alfa-Romeo-Werk den „Sonderpreis Lean“ zusprach. Auch Green-Aspekte würden durch konsequente Integration in das Produktionssystem permanent vorangetrieben.